Was sind behandelte Diamanten?

Behandelte Diamanten unterscheiden sich von natürlichen Diamanten dadurch, dass sie nachträglich verändert oder behandelt wurden. Eine solche Behandlung kommt häufig zum Einsatz, wenn die Reinheit oder Farbe eines Diamanten verbessert werden soll.

Demnach gelten nur Diamanten, die in der Natur gewachsen und anschließend höchstens poliert und geschliffen wurden, als natürliche Diamanten. Behandelte Diamanten müssen klar und deutlich als solche gekennzeichnet werden.

Sind behandelte Diamanten ebenso wertvoll wie natürliche Diamanten?

Bei einem seriösen Diamantenhändler werden nur natürliche Diamanten angeboten. Behandelte Diamanten werden oft ausschließlich auf die spezifische Nachfrage eines potenziellen Käufers vorgestellt. Grund dafür ist, dass die Behandlung der Diamanten dafür sorgt, dass der natürliche Zauber des Edelsteins verloren geht. Der Wert wird also durch die Behandlung verringert, auch wenn Farbe und Reinheit damit verbessert werden sollen. Zudem ist bisher unklar, wie es mit der langfristigen Wertigkeit von behandelten Diamanten aussieht. Daher raten Experten vom Kauf eher ab.

Wie werden Diamanten behandelt?

Diamanten können auf verschiedene Art und Weise behandelt werden. Soll die Farbe des Diamanten verbessert werden, kommt oft eine Hitzebehandlung zum Tragen. Unterscheiden muss man dabei zwischen zwei Varianten: Bei einer wird zusätzliche Farbe von außen in den Edelstein eingebracht. Bei der zweiten Variante wird die im Stein bereits vorhandene Farbe nur besser zur Geltung gebracht.

Auch lassen sich farbige Diamanten, die in der Natur vorkommen, entfärben. Dafür kommt das HPHT-Verfahren zum Einsatz. Dieses strahlungsfreie Verfahren sieht eine Erhitzung der Diamanten auf 2.300 bis 2.500 Grad Celsius unter einem Druck von etwa 65 kbar vor. Dabei soll die Farbe aus den Fancy Diamonds entweichen.

Soll dagegen die Reinheit des Diamanten verbessert werden, so kann eine Laserbehandlung angewendet werden. Diese entfernt kleine Einschlüsse in dem Edelstein mit dem Laser. Außerdem können farblose Substanzen, wie Öl, Harz oder Wachs in feinste Risse und Hohlräume eingebracht werden. Dies kann vor und/oder nach dem Schleifen des Diamanten erfolgen, um auch mit dieser Behandlung die Reinheit des Edelsteins zu verbessern. Gerade hier ist aber die Frage, wie werthaltig die Behandlung ist, berechtigt.

Blaue Diamanten – eine absolute Seltenheit

Farbige Diamanten werden als Fancy Diamonds bezeichnet. Zu diesen zählen auch die blauen Diamanten. Von 100.000 Diamanten, die gefördert werden, ist gerade einmal einer farbig. Daran zeigt sich, dass alle farbigen Diamanten, also auch blaue Diamanten, extrem selten und wertvoll sind.

Blaue Diamanten sind berühmt

Viele der bisher entdeckten blauen Diamanten haben es aus diesem Grund auch zu einem gewissen Grad an Ruhm gebracht. Zu den bekanntesten blauen Diamanten zählt unter anderem der Hope Diamant, der ursprünglich ein Gewicht von 112 Karat auf die Waage brachte. Allerdings sagt man dem Hope Diamanten nach, dass ein Fluch auf ihm laste und er deshalb seinen Besitzern nur Unglück bringe. Entdeckt wurde der Hope Diamant in den indischen Golconda Minen, so dass er eine absolute Ausnahme darstelle, denn die meisten blauen Diamanten stammen aus der Cullinan Mine in Südafrika.

Die Mine wurde nach Sir Thomas Cullinan benannt, der so viele blaue Diamanten besaß, dass er eine Halskette für seine Frau anfertigen ließ, die abwechselnd mit blauen und weißen Diamanten verziert war. 2008 konnte man in der Cullinan Mine einen weiteren blauen Diamanten entdecken, der sieben Karat Gewicht hatte. In der darauf folgenden Versteigerung brachte er einen Rekordpreis von mehr als einer Million Euro pro Karat ein.

Neben dem Hope Diamanten gelten auch die Sterne Mithras als berühmte blaue Diamanten. Ihr Name leitet sich von einer persischen Gottheit ab. Die Sterne Mithras bestehen aus drei blauen Diamanten, die jeweils 145 Karat Gewicht hatten. Sie befinden sich heute im Privatbesitz, so dass man über die Karatzahl im geschliffenen Zustand keine Aussagen treffen kann.

Der Blue Heart Diamant wurde im Herzschliff verfeinert. In ungeschliffener Form brachte er 103 Karat auf die Waage, jetzt sind es noch 30,82 Karat. Auch der Heart of Eternity Diamant, der aus Südafrika kommt, ist ein bekannter blauer Diamant. Der 27,64 Karat schwere Diamant besticht mit einer besonders lebendig anmutenden, blauen Farbe. Das Gemological Institute of America (GIA) hat diese Farbe als Fancy Vivid Blue klassifiziert.

Der Blaue Wittelsbacher ist ebenfalls sehr bekannt. Der 35,56 Karat schwere Diamant hat bis 1918 die bayerischen Kronjuwelen geziert. Lange war er einer der ältesten Diamanten, die im heute verbreiteten Brillantschliff geschliffen wurden. Mittlerweile fand jedoch ein neuer Schliff statt.

Wie kommt es überhaupt zur Blaufärbung von Diamanten?

Grundsätzlich entsteht die Blaufärbung von Diamanten durch das Element Bor, das in deren Kristallgitterstruktur eingelagert ist. Als Faustregel gilt: Je mehr Bor eingelagert ist, desto stärker kommt das Blau zur Geltung. Allerdings enthalten blaue Diamanten so gut wie keinen Stickstoff. Wichtig ist aber, dass blaue Diamanten bei weitem keine so tief blaue Färbung wie der Saphir aufweisen, sondern deutlich blasser erscheinen. Oft kann auch eine gräuliche Farbnuance erkannt werden.

Eine andere Möglichkeit für die Blaufärbung von Diamanten ist die Bestrahlung von außen, wie man in den 1990er Jahren herausfand. Durch diese natürliche Bestrahlung wird die Kristallgitterstruktur des Edelsteins so verändert, dass sich ein blaues Aussehen ergibt.

Zusätzlich fand man 1992 blaue Diamanten, die Wasserstoff enthielten. Diese stammten aus der Argyle Mine in Australien. Insgesamt können also drei Gründe für die Blaufärbung von Diamanten genannt werden.

Was sind eigentlich Fancy Diamonds?

Fancy Diamonds sind farbige Diamanten. Zwar heißt es generell, dass Diamanten, die ein reines Weiß als Farbe inne haben und keinen Braun- oder Gelbstich aufweisen, am wertvollsten sind, dies gilt jedoch nicht für die Fancy Diamonds. Der Begriff Fancy stammt dabei aus dem Englischen und steht für ausgefallen, chic oder extravagant. Gemeint sind damit Diamanten, die eben nicht in einem Weißton, möglicherweise auch mit leichten Verfärbungen ins Bräunliche oder Gelbliche daher kommen, sondern in kräftigen Farben, wie Schwarz, Rot, Pink, Blau, Braun oder Grün auftreten. Diese sind sehr selten, wie die Statistiken belegen. So ist von 100.000 Diamanten im Schnitt nur einer farbig. Als Faustregel für die Wertbestimmung gilt hier: Je stärker ausgeprägt der jeweilige Farbton des Diamanten ist, desto höher liegt der Preis. Generell liegt dieser aber höher als bei rein weißen Diamanten, da die farbigen Diamanten eben deutlich seltener vorkommen.

Wie kommt es zu den Verfärbungen der Diamanten?

Natürlich lassen sich die Verfärbungen der Diamanten logisch erklären. So entstehen beispielsweise gelbe Diamanten dann, wenn in der Kristallstruktur Stickstoff eingelagert ist. Je mehr Stickstoff eingelagert ist, umso intensiver fällt die gelbe Tönung aus. Zu den bekanntesten gelben Fancy Diamonds zählt übrigens der Tiffany Diamant. Dieser bringt 128,51 Karat auf die Waage und erstrahlt in einem kanariengelben Ton. Ein berühmter goldgelber Diamant ist der Golden Jubilee, der gleichzeitig der größte geschliffene Diamant der Welt ist.

Braune Diamanten entstehen hingegen, wenn es zu Schäden in der Kristallstruktur der Edelsteine kommt. Der Earth Star Diamond ist ein bekannter brauner Diamant mit 111,59 Karat. Er weist noch eine weitere Besonderheit auf, ist er doch tropfenförmig gehalten.

Blaue Fancy Diamanten entstehen dagegen durch die Einlagerung von Bor in der Kristallstruktur oder auch durch natürliche Bestrahlung. Der Hope Diamant und der Blaue Wittelsbacher sind bekannte Vertreter dieses Farbschlags.

Die grünen Fancy Diamonds gelten als besonders selten. Sie werden durch die natürliche Bestrahlung in verschiedenen Grüntönen gefärbt. Hier ist vor allem der Dresdner Grüne zu nennen. Der 41-Karäter ist im Tropfenschliff verarbeitet worden.

Rot, Pink und Rosa sind dagegen die Farben, die am seltensten bei den Fancy Diamonds auftreten. Innere Schäden der Kristallstruktur sorgen für die Farbgebung. Durch sie entsteht ein Absorptionsstreifen bei 550 Nanometern. Der Red Diamond aus Australien, der ursprünglich 35 Karat hatte, gehört zu den berühmten roten Diamanten. Bei den pinken Diamanten ist es der Darya-ye Noor Diamant, der es zu Berühmtheit gebracht hat. Er wurde in den Golconda-Minen Indiens entdeckt.

Was versteht man unter einem Hochkaräter?

Als Hochkaräter werden Edelsteine bezeichnet, die eine sehr hohe Karatzahl aufweisen. In der Regel sind Hochkaräter teurer als Edelsteine mit geringeren Karatzahlen, was sie besonders wertvoll macht. Doch alleine auf die Karatzahl kommt es natürlich auch beim Hochkaräter nicht an. Hinzu kommen wichtige weitere Eigenschaften, wie die Reinheit und Farbe des Edelsteins sowie die Qualität des verwendeten Schliffs.

Bekannte Diamanten als Hochkaräter

In der Diamantenwelt sind viele Hochkaräter bekannt geworden, wie etwa der Cullinan Diamant. Ursprünglich hatte er 3.106,7 Karat – ein unglaublicher Wert. Und mit diesem hält der Cullinan Diamant bis heute den Weltrekord. Er ist und bleibt der größte Rohdiamant, der je gefunden wurde. Allerdings hat man den Cullinan Diamanten in mehr als 100 kleine Diamanten geteilt. Die größten neun Stücke davon wurden als Cullinan I bis Cullinan IX bekannt.

Der größte, jemals geschliffene Diamant ist dagegen der Golden Jubilee, der in einem goldgelben bis goldbraunen Ton erstrahlt. Heute ist er in den thailändischen Kronjuwelen enthalten.

Bekannte Edelsteine als Hochkaräter

In der Welt der Farbedelsteine gibt es ebenfalls einige bekannte Hochkaräter. Zu ihnen zählt unter anderem ein Smaragd, der im Topkapi Serails in Istanbul bewundert werden kann und 16.300 Karat auf die Waage bringt. Allerdings werden Smaragde in der Natur häufig in sehr großen Varianten entdeckt. Der weltweit größte Smaragd ist jedoch der Theodora, der 57.500 Karat hat. Der Name steht für „Geschenk Gottes“. Gefunden wurde dieser Edelstein in einer Mine in Brasilien.

Bei den Saphiren ist der Stern von Indien ein sehr bekannter Hochkaräter, der es auf 563,35 Karat bringt. Er wird den Sternsaphiren zugeordnet. Im Museum of Natural History in New York kann dieser Stein bewundert werden. Gefunden wurde er in einer Mine in Sri Lanka.

Industriediamanten – künstlich hergestellt

Als Industriediamanten werden diejenigen Diamanten bezeichnet, die synthetisch hergestellt werden. Sie wachsen also im Gegensatz zu den begehrten echten Diamanten nicht über viele Jahre hinweg im Erdreich heran, sondern werden hergestellt. In der Regel kann so ein Industriediamant binnen weniger Wochen erzeugt werden.

Rein optisch lassen sich Industrie- und echte Diamanten nicht voneinander unterscheiden. Erst durch die Spektroskopie lassen sich die Unterschiede erkennen. Echte Diamanten wachsen bis zu 100 Kilometer tief in der Erde heran. Sie werden beispielsweise in alten Talsperren entdeckt, auch bei Bohrungen für Tunnel kann man auf sie stoßen. Die Farbe der echten Diamanten kann sich verändern, wenn sie transportiert und verarbeitet werden. Grund dafür sind die Temperatur-Einflüsse.

Wofür verwendet man Industriediamanten?

Die Industriediamanten werden in zahlreichen Bereichen eingesetzt. Da gibt es zum Beispiel die Schleifscheiben, die als Diamantschleifscheiben bezeichnet werden und besonders effizient sind. Aber auch in chirurgischen Werkzeugen werden Industriediamanten verwendet. Und nicht zuletzt kann aus ihnen ebenfalls Schmuck entstehen.

Er lässt sich ebenso wenig von echtem Diamantschmuck unterscheiden, wie die Diamanten selbst. Allerdings lassen sich Industriediamanten vergleichsweise kostengünstig herstellen. Dadurch wird Schmuck, der mit ihnen hergestellt wird, sehr preiswert angeboten. Es gibt also viele Bereiche, wo die Industriediamanten uns begegnen, jedoch erhalten sie im Gegensatz zu echten Diamanten kein Zertifikat.

Was versteht man unter Blutdiamanten?

Blutdiamanten werden auch als Konfliktdiamanten bezeichnet. Der Name kommt daher, dass sie vor allem in Afrika verkauft werden. Dort werden die Erlöse in den Ländern, in denen Bürgerkriege herrschen, verwendet, um damit Waffen zu kaufen. Häufig stammen Blutdiamanten aus den Ländern Sierra Leone, dem Kongo, Angola und Simbabwe. Die Regierung ist korrupt, die Streitkräfte aufständisch. Zwischen beiden herrscht ein massiver Krieg, insbesondere um die Lagerstätten der Diamanten.

Bekannte Beispiele für die aufständischen Rebellentruppen sind die UNITA in Angola und die RUF in Sierra Leone. Sie bilden unter anderem auch Kindersoldaten aus, die anschließend im Truppenauftrag töten sollen.

Abgebaut werden die Blutdiamanten vor allem von Menschen, die in sehr ärmlichen Verhältnissen leben, oftmals werden sogar Kinder zum Abbau der Diamanten gezwungen. Häufig fallen diese Arbeiter und Kinder den blutigen Konflikten zwischen beiden Parteien zum Opfer. Die Situation als solche besteht in Afrika seit Jahrzehnten und wird wohl auch in naher Zukunft nicht abebben.

Zusätzlich besteht eine große Gefahr: Blutdiamanten könnten aus den Krisengebieten in andere afrikanische Staaten verkauft und anschließend erst auf den internationalen Markt gebracht werden. Das wird auch deutlich, wenn man sich den Libanon ansieht. Dort werden mehr Diamanten ins Ausland verkauft, als abgebaut werden. Man geht also davon aus, dass es sich hier zumindest teilweise um Blutdiamanten handeln dürfte. Auch in Uganda und Ruanda sieht die Lage ähnlich aus.

Der Kimberley Prozess setzt sich gegen Blutdiamanten ein

Etwa gegen Ende der 1990er Jahre wurde man auch in der Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam. Man unternahm erste Versuche, gegen die Blutdiamanten vorzugehen, so dass diese auf dem Markt nicht mehr gehandelt werden. Bereits im Jahr 2000 leitete man erste Schritte in diesem Prozess ein. Es gab ein großes Treffen in der südafrikanischen Stadt Kimberley, in dem man nach Lösungen im Bezug auf die Konfliktdiamanten suchte.

Bereits im Juli 2000 traf sich die Fachwelt erneut auf dem Weltdiamantenkongress in Antwerpen. Dort einigte man sich darauf, Diamantenverkäufer, die keine genaue Auskunft über die Herkunft ihrer Diamanten geben können, nicht mehr zuzulassen. Sobald also der Verdacht besteht, es könnte sich um Konfliktdiamanten handeln, wird der Händler nicht mehr zugelassen.

2003 schließlich rief man den Kimberley Prozess ins Leben. Mit diesem wurde auch das Kimberley Process Certification Scheme (KPCS) eingeführt. Mit dieser Methode wollte man die Herkunft von Diamanten nachvollziehen. Die Europäische Union ist im Kimberley Prozess Mitglied, darüber hinaus 48 weitere Staaten, so dass sich insgesamt 75 Länder gegen die Blutdiamanten einsetzen. Dabei sind die Vorschriften zur Nachvollziehbarkeit der Diamantenherkunft extrem streng, so dass man wirklich sicher sein kann, die Herkunft korrekt feststellen zu können.

Woran erkenne ich, dass ich keine Blutdiamanten kaufe?

Diamantenkäufer sollten Diamanten nur bei seriösen Händlern erwerben. Diese weisen oft darauf hin, dass sie generell keine Konfliktdiamanten anbieten und wählen ihre Lieferanten sorgfältig aus. Zudem wird jeder Diamant mit einem Zertifikat ausgeliefert. Auf diesem muss bescheinigt sein, dass es sich um keine Konfliktdiamanten handelt. Nur so können Diamantenkäufer sicher sein, den richtigen Kauf zu tätigen und müssen nicht fürchten, dass ihr Diamant Menschenleben gekostet hat.