Was ist unter einer Diamantbestattung zu verstehen?

Den Angeboten der Diamantbestattung liegt die These zugrunde, dass bei der Verbrennung der sterblichen Überreste eines Menschen Stoffe übrig bleiben, aus denen sich ein synthetischer Diamant herstellen lässt. Allerdings reicht dafür in der Praxis die vorhandene Menge an Kohlenstoff nicht aus, sodass sie extern zugeführt werden muss. Der Grund dafür ist, dass es in den Krematorien üblich ist, die Verbrennung Toter in zwei Stufen durchzuführen. Die erste Stufe erfolgt in einem Temperaturbereich zwischen 800 und 950 Grad Celsius. Dabei wird der Kohlenstoff zum Teil in Carbonate und zum Teil in Kohlendioxid umgewandelt. Nach der zweiten Verbrennungsstufe mit wenigstens 1.200 Grad Celsius bleibt kein Kohlenstoff in hexagonaler Form mehr übrig, der sich für die Herstellung eines synthetischen Diamanten eignen würde.

Wie wird der Edelstein bei der Diamantbestattung hergestellt?

Die in der Asche eines kremierten Verstorbenen enthaltenen organischen Verbindungen werden gemeinsam mit dem zugesetzten hexagonalen Kohlenstoff einem Druck zwischen 50.000 und 60.000 Bar sowie Temperaturen zwischen 1.800 und 2.000 Grad Kelvin ausgesetzt. Über einen Zeitraum von einigen Wochen hinweg kristallisiert der Kohlenstoff zu einem Diamanten, der üblicherweise eine Größe von maximal einem Karat hat. Bei der Diamantbestattung entstehen zumeist bläulich schimmernde Diamanten, was durch den Einschluss von Bor verursacht wird. Sie können nach individuellen Wünschen beschliffen und beschriftet werden.

Welche Gesetze müssen bei der Diamantbestattung beachtet werden?

Wie ein Mensch bestattet werden darf, ist in Deutschland in den Bestattungsgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt. Grundsätzlich besteht jedoch eine so genannte Bestattungspflicht. Sie geht auf die Regelungen im Allgemeinen Preußischen Landrecht aus dem Jahr 1806 zurück. Nach den Bestattungsgesetzen ist die Diamantbestattung in Deutschland an sich nicht zulässig, wird aber inzwischen unter bestimmten Voraussetzungen geduldet. So müssen beispielsweise die nicht zu einem Diamanten verarbeiteten Überreste auf traditionelle Weise bestattet werden, wobei sowohl die Urnenbestattung in der Erde als auch die Seebestattung möglich sind. Der oder die Verstorbene müssen den Wunsch nach einer Diamantbestattung explizit geäußert haben. Die Diamantbestattung ist ohne Beteiligung von Dienstleistern aus dem Ausland nicht möglich. Dafür wird zuerst der Aschebehälter vom deutschen Bestatter angefordert. Dann werden die für die Herstellung der Diamanten benötigten Stoffe entnommen und der Aschebehälter mit den verbleibenden Resten wieder zurückgeschickt. Alternativ können der oder die Verstorbene auch in dem Drittland bestattet werden, in dem der Diamant aus den sterblichen Überresten hergestellt wird.

Welche Alternativen gibt es zur Diamantbestattung?

Neben dem so genannten Bestattungsdiamanten wird aktuell auch der Erinnerungsdiamant angeboten. Dabei werden dem Verstorbenen vor der Kremierung Haare entnommen. Das darin enthaltene Keratin kann in Kohlenstoff umgewandelt und zu einem Diamanten unter den oben genannten Bedingungen gezüchtet werden. Wer sich beim Wunsch nach einem Erinnerungsdiamanten nicht mit den Klauseln des Bestattungsgesetzes plagen möchte, kann auch dem noch lebenden Menschen mit seiner Zustimmung Haare entnehmen und sie zu einem Erinnerungsdiamanten verarbeiten lassen. Die Zustimmung zur Entnahme ist unverzichtbar, weil es sich sonst nach deutschem Strafrecht um den Tatbestand der Körperverletzung handeln würde.

Eine weitere Alternative ist die Edelsteinbestattung. Dabei wird ein Edelstein für eine gewisse Zeit mit in die Aschekapsel des Verstorbenen gelegt. So soll es möglich sein, dass die Energie des Verstorbenen auf den Edelstein über geht. Wie lange der Edelstein dafür im Aschebehälter bleiben muss, dazu trifft keiner der Anbieter konkrete Aussagen. Allerdings gibt es in Deutschland gesetzliche Regelungen, die bei der Lagerdauer der Urnen vor einer Bestattung beachtet werden müssen.

Fazit: Wer sich eine Diamantbestattung wünscht, bewegt sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone.

Das Diamanten Armband und der Diamanten Armreif

Zuerst einmal muss zwischen einem Armband und einem Armreif unterschieden werden. Der Armreif besteht aus einem starren Bügel, der mit einem Verschluss am Handgelenk befestigt werden kann. Das Armband dagegen ist durch den Aufbau aus einzelnen und beweglich miteinander verbundenen Gliedern sehr flexibel. Armbänder stellte der Mensch bereits in der Altsteinzeit her. Seit der Entdeckung der Metallverarbeitung wurden auch Diamanten und andere Edelsteine in die Herstellung mit eingebunden. Armbänder mit Diamanten gelten als äußerer Ausdruck des Reichtums. In einigen Kulturen war das Tragen der Armbänder aus bestimmten Materialien ein Zeichen dafür, dass sich der Besitzer zum Adel zählen durfte. Das Diamanten Armband ist ein reines Schmuckstück, während Armbänder aus Kunststoff beispielsweise in den Entbindungsstationen zur Kennzeichnung von Babys dienen. In einigen Szenekreisen dienen Armbänder als Erkennungsmerkmal. Ein Beispiel dafür ist der so genannte Hanky Code. Dort waren einst Lederarmbänder üblich, die in höheren Kreisen inzwischen oft auch durch ein Diamanten Armband ersetzt werden.

Welche Formen sind beim Diamanten Armband am weitesten verbreitet?

Eine sehr beliebte Art des Diamanten Armbands ist das Tennisarmband. Es besteht aus unzähligen Fassungen, in denen jeweils ein Diamant eingearbeitet wurde. Das Tennisarmband weist eine umlaufend identische Breite auf. Die Ansprüche an die Gold- und Silberschmiede sind hier besonders hoch. Um die Diamanten optisch „schweben“ zu lassen, müssen die Fassungen sehr fein und unauffällig gearbeitet und miteinander verbunden werden. Hohes handwerkliches Geschick ist beim Tennisarmband mit Diamanten oder Farbedelsteinen auch bei der Gestaltung der Schließe gefordert. Das Tennisarmband wird häufig in Kombination mit passenden Diamanten Colliers im Set angeboten.

Etwas für echte Liebhaber der Edelsteine – der Diamanten Armreif

Ein besonderes Highlight unter den Schmuckstücken ist der Diamanten Armreif. Hier haben die Designer besonders viele Möglichkeiten der optischen Gestaltung. Sie können mit einer aufgereihten Anordnung der Diamanten den Eindruck eines Tennisarmbands erzielen. Andererseits ist auch die Bildung von Ornamenten mit Diamanten unterschiedlicher Größe bei einem Diamanten Armreif möglich. Auf einem etwas breiteren Diamanten Armreif können auf Wunsch auch Logos oder Schriftzüge aus Diamanten gebildet werden.

Das Solitaire Armband mit Diamanten – der Hingucker unter den Schmuckstücken

Wer sich mit einem hochkarätigen Diamanten schmücken möchte, der sollte über ein Solitaire Armband nachdenken. Der Begriff Solitaire stammt aus dem Französischen und bezeichnet dort etwas, was einzeln auftritt. Im Falle des Solitaire Armbands ist es der Diamant. Damit dieser auch wirklich richtig zur Geltung kommt, sind das Armband oder der Armreif besonders schlicht gestaltet. Es kann glatte oder matte Oberflächen haben, wobei die matten Oberflächen bevorzugt werden, weil von ihnen keine Lichtreflexionen ausgehen, die sich mit dem Feuer des Diamanten mischen könnten.

Individualisierung und Ergänzung inklusive – das Diamanten Armband mit Charms

Als Charms werden in der Schmuckindustrie kleine Anhänger bezeichnet, die sich mit Ketten, Ohrringen und Armbändern kombinieren lassen. Ein Vorteil dieser Charms ist, dass sie jederzeit nach Belieben ausgetauscht werden können. Auch gibt es die Charms einzeln zu kaufen, sodass sich jeder Besitzer eines Armbands eine ganz individuelle Palette an Ergänzungen zulegen kann. Die Charms werden einfach in spezielle Elemente eines Armbands eingehängt. Wer ein Diamanten Armband mit Charms haben möchte, hat die Wahl, ob er die Diamanten in das Armband einarbeiten lassen will oder die Charms selbst als Fassung mit Diamanten gestaltet werden sollen. Bei den Charms sind inzwischen unzählige Formen üblich, die vom schlichten Tropfen bis hin zu winzigen Herzchen und Kleeblättern reichen.

Welche Materialen kommen bei einem Diamanten Armband zum Einsatz?

Das Funkeln eines Diamanten in einem Armband darf natürlich nicht durch das Material des Armbands beeinträchtigt werden. Farbgoldmischungen mit Rotschimmer wären hier fehl am Platze. Weißgold, Platin und hochwertiges Silber sind deshalb die Metalle, die von den Herstellern der Diamanten Armbänder am häufigsten eingesetzt werden.

Diamantschleifer - Was sollte man dazu wissen?

Beim Diamantschleifer handelt es sich sowohl um die Bezeichnung eines Berufs als auch eines Werkzeugs. Diamantschleifer werden Vorsätze für die Bohrmaschine genannt, die mit winzigen (zumeist synthetisch hergestellten) Diamanten bestückt sind. Hier wird ausgenutzt, dass Diamanten eine Mohshärte von 10 haben und mit ihnen auch sehr harte Materialien bearbeitet werden können. Solche speziellen Schleifscheiben werden beispielsweise für den Zuschnitt von Marmor verwendet.

Der Diamantschleifer als anerkanntes Berufsbild

Der Diamantschleifer, alternativ auch Edelsteinschleifer genannt, gehört zu den traditionellen Handwerksberufen, die beispielsweise in Deutschland im Wege der dualen Berufsausbildung erlernt werden können. Dabei werden Abschnitte des theoretischen Erwerbs von Wissen mit der Arbeit in einem Ausbildungsbetrieb kombiniert. Welcher Ausbildungsbetrieb sich für wen eignet, hängt davon ab, worauf sich ein künftiger Diamantschleifer spezialisieren möchte. In Frage kommen Juweliere, Unternehmen der Schmuckindustrie, aber auch Unternehmen, in denen Werkzeuge hergestellt werden, in denen Diamanten mit enthalten sind. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit einer theoretischen und praktischen Prüfung, die bei den regionalen Handwerkskammern abzulegen ist. Die Traditionen der Ausbildung als Diamantschleifer reichen bis ins frühe 14. Jahrhundert zurück. Die ersten Diamantschleifer in Deutschland wurden von einer in Nürnberg gegründeten Zunft ausgebildet.

Welche Fähigkeiten sollte ein Diamantschleifer mitbringen?

Zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Ausbildung und Tätigkeit als Diamantschleifer gehören gute Augen. Hinzu kommen ein ausgeprägter Sinn für Ästhetik sowie eine ordentliche Portion Kreativität. Beim Schliff von Diamanten ist äußerste Präzision gefragt, weshalb ein Diamantschleifer auch Geduld und Ausdauer mitbringen sollte. Gute Mathematikkenntnisse sind für die Entwicklung, Planung und Ausführung der Facetten ebenfalls ein zwingendes Muss für jeden Diamantschleifer. Ein Handwerker, der sich mit dem Schliff von Diamanten beschäftigen möchte, sollte darüber hinaus noch eine ruhige Hand für die Ausführung hochwertiger Schliffe und Polituren haben.

Welche Aufgaben übernimmt ein Diamantschleifer?

Ein Diamantschleifer muss erkennen können, welcher Rohdiamant sich für eine Verarbeitung als Schmuckstück eignet und welche Exemplare für die Verarbeitung für industrielle Zwecke verwendet werden sollten. Bei der Verarbeitung zu Schmuckstücken muss der Diamantschleifer die eventuell vorhandenen Einschlüsse begutachten und einschätzen, in welcher Ausrichtung sie am besten zur Geltung gebracht werden können. Umgekehrt muss ein Diamantschleifer beurteilen, in welcher Ausrichtung sich minimale Inklusionen in einem Diamanten nach dem Schliff am wenigsten bei der Optik auswirken. Kurz gesagt, der Diamantschleifer ist derjenige, der dem Edelstein zu seinem optimalen Feuer verhilft.

Welche Arbeitsschritte führt ein Diamantschleifer aus?

Nach der Auswahl der Diamanten und der Planung des individuellen Schliffs sägt der Diamantschleifer die Edelsteine zuerst in eine grobe Form. Danach legt er die so genannte Tafelfacette an, bevor er sich der Rundiste widmet. Als Rundiste wird die nach dem Schliff breiteste Stelle eines Diamanten bezeichnet. Nach der Anlage der Rundiste beendet der Diamantschleifer die Facetten auf der Unterseite der Edelsteine. Zum Schluss beschleift er die Krone des Diamanten. Die Krone ist der Teil der Edelsteine, der später aus der Fassung herausragt und damit komplett sichtbar ist. Den Abschluss der Bearbeitung eines Diamanten vor dem Einsetzen in die Fassung bildet eine Politur, die dem Diamanten seinen endgültigen Glanz verleiht.

Wie plant ein Diamantschleifer den Schliff der Facetten?

Nach der Analyse der Form und der Größe eines Rohdiamanten muss der Diamantschleifer entscheiden, welcher Schliff sich am besten für das einzelne Stück eignet. Dabei hat er die Wahl, daraus entweder einen hochkarätigen Schmuckdiamanten oder mehrere kleine Diamanten zu machen. Die Möglichkeit des Schliffs eines großen Diamanten wird dabei in der Regel bevorzugt. Früher musste der Diamantschleifer diese Entscheidung intuitiv treffen. Heute werden vom Computer generierte dreidimensionale Modelle für die Schliffplanung verwendet. Der Diamantschleifer muss dabei modische Trends und die Vorlieben seiner Kunden und Käufer beachten. Beides zusammen bewirkt, dass ein Diamantschleifer ohne ständige Weiterbildung nicht auskommt.

Farbdiamanten stellen hohe Ansprüche an das Können der Diamantschleifer

Besondere Fähigkeiten muss der Diamantschleifer beim Umgang mit Farbdiamanten, auch Fancy Diamonds genannt, besitzen. Er muss wissen, welche Arten der Diamantschliffe und Anordnung der Facetten bei einem Farbdiamanten ein exklusives Feuer erzeugen. Mit einigen Schlifftechniken wie zum Beispiel dem Radiantschliff ist es möglich, die Intensität der Farbe eines Diamanten spürbar zu verstärken.

Die Gemmologie ist eine interessante Wissenschaft

Als Gemmologie, oder an einigen Stellen auch Gemnologie, wird die Wissenschaft bezeichnet, die sich mit der Erforschung der Edelsteine vom Bernstein bis hin zum Diamanten beschäftigt. Der Bezeichnung Gemmologie liegt die griechische Vokabel Gemme zugrunde, die dort als Synonym für einen Schmuckstein verwendet wird. Als ein Teilbereich der Mineralogie widmet sich die Edelsteinkunde der Frage der natürlichen Entstehung von Edelsteinen sowie den Möglichkeiten, Edelsteine synthetisch herstellen zu können. Eine wichtige Aufgabe der Gemmologie ist die Entwicklung von Möglichkeiten zur Unterscheidung der einzelnen Arten der Edelsteine sowie deren Katalogisierung. Auch werden von der Gemmologie Techniken entwickelt, mit denen es möglich wird, die Art der künstlichen Veränderung von Edelsteinen, wie Diamanten, beispielsweise zur Veränderung der Farbe oder zur Verbesserung der Reinheit zu erkennen.

Welche Techniken wendet die Gemmologie zur Erforschung der Edelsteine an?

Ein Grundsatz der Gemmologie ist es, nur zerstörungsfreie Techniken bei der Analyse der Edelsteine anzuwenden. So werden die Reinheit und Farbe von Diamanten beispielsweise mit dem bloßen Auge und unter speziellen Mikroskopen betrachtet. Auch die Kristallstruktur lässt sich mit Mikroskopen bestimmen, ohne dabei dem Diamanten Material entnehmen zu müssen. Mögliche künstliche Behandlungen der Diamanten und anderen Edelsteine lassen sich mit der Hilfe der modernen Spektroskopie oder diversen Röntgentechniken erkennen. . Die von den Forschern der Gemmologie entwickelte Technik ist mittlerweile sowohl für den stationären als auch den mobilen Einsatz zu bekommen.

Die Beurteilung der Qualität des Schliffs erfolgt ebenfalls mit Spezialmikroskopen. Über die Analyse der Lichtbrechung, der Tönung sowie der Phosphoreszenz und Fluoreszenz kann von der Gemmologie auch die Art der Einschlüsse, auch Inklusionen genannt, konkret bestimmt werden. Darüber hinaus ist mit der Analyse der Phosphoreszenz und Fluoreszenz eine Differenzierung in Edelsteine künstlicher und natürlicher Herkunft möglich. Ein Beispiel ist der Saphir, der bei natürlicher Entstehung keine Fluoreszenz aufweist, aber bei synthetischer Herstellung nach der Bestrahlung mit UV-Licht markante Lichtabgaben zeigt.

Die lange Historie der Gemmologie

Mit der Nutzung der Edelsteine beschäftigt sich der Mensch schon seit seinen Anfängen. Zu Beginn wurden unbehandelte Diamanten vor allem als Werkzeug geschätzt, mit dem wegen der enormen Mohshärte alle anderen Materialien bearbeitet werden konnten. Die Gemmologie als Wissenschaft entstand im 19. Jahrhundert. Erste Standards wurden im Jahr 1908 geschaffen, als in Großbritannien auch mit einer geregelten Ausbildung zum Gemmologen begonnen wurde. Inzwischen gibt es weltweit einige anerkannte Institute, an denen Wissen in der Gemmologie erworben werden kann. Dazu zählen beispielsweise das International Gemological Institute, kurz IGI, mit Sitz in den Niederlanden sowie das Gemological Institute of America, kurz GIA. Außerdem bietet die American Gem Society, kurz AGS, Ausbildungsgänge zum Bereich der Gemmologie an. In Deutschland kann besonderes Wissen rund um die Gemmologie in der Weiterbildung zum Edelsteinfachmann bzw. der Edelsteinfachfrau erworben werden. Voraussetzung für diese Fortbildung ist ein Abschluss als Edelsteinschleifer, als Goldschmied oder als Silberschmied.

Was versteht man unter Verschnitt bei Diamanten?

Als Verschnitt werden beim Umgang mit Diamanten und der Verarbeitung anderer Edelsteine sowohl eine spezielle Technik der Integration der Edelsteine als auch die Planung des Zuschnitts großer Steine bezeichnet.

Der Verschnitt bei der Einfassung von Diamanten

Ein typischer Vertreter der Verschnitt-Technik ist die Pavé Fassung. Sie stellt keine Fassung im engeren Sinne dar, sondern die Edelsteine werden direkt in das Material eines Rings oder Armbands eingearbeitet. Bei der Pavé Fassung besteht die Besonderheit darin, dass es sich nicht um einen einzelnen Stein handelt, sondern viele kleinere Steine in der gleichen Art und Weise in ein Schmuckstück integriert werden. Dazu erfolgen winzige Bohrungen oder Fräsungen, die passgenau auf den einzubringenden Stein abgestimmt werden. Danach werden mit einem Stichel weitere Vertiefungen im Material des Armbands oder Rings geschaffen, um den Diamanten oder Farbedelstein mit einem Korneisen zu sichern. Die Verschnitt-Fassung der Edelsteine ist empfindlich gegenüber mechanischen Beanspruchungen, bietet aber anderseits den Vorteil, dass die Goldschmiede und Silberschmiede bei der Verarbeitung von kleinen Diamanten ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Vom Anblick eines diamantenen Flors bis hin zur Anordnung als Blüten, Herzen, Schriftzügen oder Ornamenten ist bei dieser Verarbeitungstechnik der Diamanten und Farbedelsteine alles möglich.

Der Verschnitt bei der Schliffplanung

Wenn große Diamanten verarbeitet werden sollen, sind die Anforderungen an die Schliffplanung extrem hoch. Einerseits soll der entstehende Solitaire die bestmögliche Qualität haben. Anderseits sollen sich die Bruchstücke, die als Abfall beim Zusägen anfallen, möglichst zu kleineren Schmuckstücken verarbeiten lassen. Dieser Abfall wird ebenfalls als Verschnitt bezeichnet. Der Diamantschleifer des 21. Jahrhunderts nutzt deshalb dreidimensionale Scans der Diamanten, in denen mit Unterstützung spezieller Computerprogramme der Zuschnitt und der Schliff der einzelnen Edelsteine optimal geplant werden kann. Lohnenswert ist dieser Arbeitsschritt allemal, weil beim Zusägen und Schleifen großer Rohdiamanten ohne eine Weiterverwendung der Bruchstücke im Durchschnitt etwa fünfzig Prozent seiner Masse ungenutzt bleiben würden.