Was sollte man im Zusammenhang mit Diamanten über das GIA wissen?

Das Kürzel GIA steht für das Gemological Institute of America. Im Jahr 1931 wurde der Grundstein für das Forschungsinstitut von einem Juwelier namens Robert M. Shipley gelegt. Der Hauptsitz des Gemological Institute of America ist die kalifornische Stadt Carlsbad, die auf halber Strecke zwischen den Metropolen Los Angeles und San Diego liegt. Das GIA besitzt aktuell Niederlassungen in 14 Ländern der Welt, von denen elf einen eigenen Campus besitzen. An sieben Standorten des GIA außerhalb der USA werden eigene Labore zur Bestimmung und Bewertung der Edelsteine und Diamanten betrieben. Vier der ausländischen Niederlassungen des GIA sind als Forschungszentren konzipiert.

Die Ziele und bisherigen Erfolge des GIA

Die Ziele des GIA bestehen darin, einheitliche Standards für die Bewertung der Edelsteine und Diamanten zu schaffen. Erste Erfolge konnten bereits Mitte des 20. Jahrhunderts erzielt werden. Damals wurden die vier Bewertungskriterien Carat, Colour, Clarity und Cut etabliert. Sie repräsentieren die Masse, die Farbe, den Reinheitsgrad und die Qualität des Schliffs der Diamanten und Edelsteine. Dafür entwickelte das GIA im Jahr 1953 eine hauseigene Farbskala mit den Kennungen D bis Z sowie die inzwischen weltweit anerkannten Standards F bis I3 für den Reinheitsgrad.

Im Jahr 1956 wurde in den Forschungszentren des GIA der erste bestrahlte gelbe Diamant entdeckt. 1968 veröffentlichte das Gemological Institute of America eine Studie zum Tansanit. 1999 gelang den Wissenschaftlern des GIA die Herstellung eines künstlichen Diamanten. 2003 wies das GIA nach, dass Diamanten auch mit einem chemischen Verfahren zur Gasabscheidung künstlich hergestellt werden können.

Darüber hinaus ist das GIA selbst als fachkundiger Händler für Edelsteine und Diamanten tätig. Für Aufsehen sorgte eine vom GIA im Spätherbst 2013 bei Christie’s in Auftrag gegebene Versteigerung. Das Verkaufsobjekt war ein 14,82 Karat schwerer Diamant mit einer sehr seltenen orangefarbenen Tönung, der zum gigantischen Preis von 35,5 Millionen US-Dollar einen neuen Besitzer fand.

Was sagt der GIA Diamond Grading Report aus?

Beim Diamond Grading Report handelt es sich um ein vom GIA ausgestelltes Zertifikat für Diamanten. Er beinhaltet alle Angaben zum Gewicht, zur Farbe sowie zum Reinheitsgrad. Auch treffen die Experten des GIA im Diamond Grading Report eine klare Aussage zur Qualität, mit der ein Diamant beschliffen worden ist. Dafür wurden vom GIA fünf verschiedene Qualitätsstufen geschaffen, die von excellent bis poor reichen. Dabei spielen Faktoren wie Facettenreichtum und die Polierung eine wichtige Rolle. Der individuelle Schliff der Diamanten wird von den Fachleuten des GIA im Diamond Grading Report dokumentiert, was wiederum zur Identifikation von Diamanten dient. Außerdem enthält das Zertifikat des GIA Angaben zur Fluoreszenz der einzelnen Diamanten.

Der Colored Stone Report des GIA für alle Arten der Edelsteine

Das GIA beschäftigt sich nicht nur mit Diamanten, sondern beurteilt alle Gattungen der Edelsteine. Der Colored Stone Report ist ein Zertifikat, welches eigens für die Bewertung farbiger Edelsteine geschaffen wurde. Dieses Zertifikat beurteilt ebenfalls das Gewicht, den Reinheitsgrad, die Farbe, den Grad der Transparenz sowie den Schliff der verschiedenen Edelsteine. Es enthält Angaben, ob es sich um Edelsteine natürlicher oder synthetischer Herkunft handelt. Zur genauen Identifikation der Edelsteine ist dem Colored Stone Report des GIA ein digitales Foto der zu beurteilenden Farbedelsteine beigefügt. Für die Bewertung der einzelnen Teilbereiche im Colored Stone Report wenden die Fachleute des GIA für die Zertifikate der Farbedelsteine ähnlich strenge Qualitätseinstufungen an, wie sie bei der Beurteilung von Diamanten zum Einsatz kommen.

Die Bedeutung des HRD für die Bewertung von Diamanten

Das Kürzel HRD steht für „Hoge Raad Voor Diamant“. Das im belgischen Antwerpen ansässige gemmologische Institut ist vor mehr als drei Jahrzehnten auf eine Initiative des Antwerp World Diamond Centre hin entstanden. Beim Antwerp World Diamond Centre handelt es sich um eine private Stiftung, deren Aufgabe es ist, die Diamantenschleifer und Diamantenhändler Belgiens weltweit zu repräsentieren. Dass als Sitz Antwerpen gewählt wurde, hat einen guten Grund: Die belgische Metropole gehört zu den weltweit wichtigsten Handelsplätzen für Diamanten und Farbedelsteine. Der Grundstein für den Diamantenhandel in Antwerpen wurde mit einer eigenen Handelsbörse bereits im Jahr 1893 gelegt.

Welche Aufgaben erfüllt der Hoge Raad Voor Diamant?

Das HRD bietet seinen Kunden mittlerweile ein halbes Dutzend verschiedene Dienstleistungen rund um Diamanten und andere Edelsteine an. So betreibt das HRD beispielsweise mit dem Diamond Lab ein eigenes Labor zur Bestimmung von Diamanten, das vom Precious Stone Lab mit einer Spezialisierung auf farbige Edelsteine ergänzt wird. Darüber hinaus widmet sich das HRD Antwerp Institute of Gemmology der Forschung und bietet verschiedene Workshops und Fachvorträge zum Erwerb von Wissen rund um Diamanten und Farbedelsteine an. Außerdem ist das HRD als Fachhändler für Technik zur Bestimmung und Bearbeitung der Edelsteine aktiv. Das HRD betreibt außerhalb von Belgien Niederlassungen in Indien, Spanien und Israel. Das HRD Antwerp Institute of Gemmology arbeitet sehr eng mit den Händlern für Diamanten und Edelsteine zusammen und führt eigene Forschungen durch.

Welche Zertifikate stellt das HRD für Edelsteine aus?

Eine wichtige Dienstleistung für Interessenten, Besitzer und Händler von Diamanten ist das HRD Antwerp Certificate. Es beinhaltet Angaben zum Gewicht, den Abmessungen, der Farbe und zum Reinheitsgrad der Diamanten. Ähnlich wie beim GIA wird auch der vorgenommene Schliff der Diamanten mit in die Beurteilung einbezogen. Die vom Hoge Raad Voor Diamant erstellten Bewertungen sind ISO-zertifiziert und wenden die Bewertungsrichtlinien des Gemological Institute of America, GIA, an. Ein praktischer Vorteil ist, dass die Zertifikate für Diamanten vom HRD in fünf verschiedenen Sprachen bestellt werden können. Der Verlauf der durchgeführten Prüfungen kann in Echtzeit über eine spezielle Internetplattform verfolgt werden.

Welche besonderen Leistungen bietet das HRD Antwerp Institute of Gemmology?

Beim HRD kann vom Kunden auch die für das bloße Auge unsichtbare Beschriftung von Diamanten in Auftrag gegeben werden. Die mit modernster Kurzwellen-Technologie aufgebrachte Beschriftung beeinträchtigt weder die Optik noch das Feuer eines Diamanten und dient einerseits der Identifikation der Edelsteine, kann aber auch für private Zwecke wie beispielsweise die Kennzeichnung mit einem Logo oder den Initialen des künftigen Besitzers verwendet werden.

Beim IGI Antwerpen arbeiten Experten für Diamanten und Edelsteine

Das International Gemological Institute, oder kurz IGI, wurde im Jahr 1975 gegründet und gilt heute weltweit als der Marktführer, was die Beurteilung der Diamanten und Edelsteine betrifft. Der rechtliche Hauptsitz des IGI ist die belgische Metropole Antwerpen, wo sich einer der global bedeutendsten Handelsplätze für Farbedelsteine und Diamanten befindet. Mittlerweile betreibt das International Gemological Institute Niederlassungen an 19 weiteren Standorten, zu denen beispielsweise Shanghai, New Delhi, Dubai, Tokio, Toronto und New York gehören. Das IGI beschäftigt mehr als 650 Spezialisten, zu denen forschende Geologen und auch erfahrene Gutachter gehören.

Welche Leistungen hat das IGI wem zu bieten?

Die Bewertungen für Edelsteine aller Art werden vom International Gemological Institute sowohl Händlern als auch den Verarbeitern von Diamanten und Farbedelsteinen angeboten. Vom IGI wurde ein international anerkanntes System zur Graduierung von Diamanten geschaffen. Außerdem hat das International Gemological Institute in Antwerpen als einziges Institut die Berechtigung zur Normung von Standards für Edelsteine und Diamanten nach ISO in den USA, Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Kanada. Daraus entstand beispielsweise im Jahr 2007 die Tanzanite Qualitätsskala, kurz TQS genannt. Tansanit entwickelte sich beginnend mit den 1960er Jahren zu einem weltweit immer beliebter werdenden Edelstein für die Herstellung von Schmuck. Außerdem betreibt das IGI in mehreren Ländern Ausbildungseinrichtungen, in denen das IGI-Zertifikat der Edelsteinkunde erworben werden kann.

Die Zertifikate des IGI für Farbedelsteine und Diamanten

Das IGI bietet den Diamond Report in verschiedenen Varianten an. Zu den neuesten Errungenschaften zählt das Zertifikat für Diamanten im Kreditkartenformat. Wie auch beim GIA und HRD üblich werden dabei die Aspekte Gewicht, Größe, Reinheitsgrad und Ausführung des Schliffs beurteilt. Eine weitere Leistung ist der Cut Grade Report, der sich ausschließlich auf die Bewertung des Brillantschliffs bezieht. Eine Besonderheit ist dabei der vom IGI selbst entwickelte Standard „Hearts and Arrows“, bei dem eine Kombination aus Herzen und Pfeilen angewendet wird. Bei anderen Strukturierungen wird die Qualität der geschliffenen Struktur, der Polierung sowie das daraus resultierende Feuer nach den international anerkannten Standards des Gemological Institute of America bewertet. Für farbige Edelsteine bietet das IGI ein spezielles Zertifikat in Form des Colored Stone Reports an.

Laserscribe und Versiegelungen – die Sonderleistungen des IGI

Laserscribe ist eine Dienstleistung, die von Jedermann beim IGI rund um Diamanten und andere Edelsteine in Anspruch genommen werden kann. Dabei werden mit modernen Lasern Beschriftungen vorgenommen. Das kann genauso gut eine spezielle Kennung zur späteren Identifizierung der Edelsteine wie eine Beschriftung zur Individualisierung der Edelsteine und Diamanten sein. Die Laserbeschriftung ist so winzig, dass sie mit dem bloßen Auge nicht erkannt werden kann. Optische Beeinträchtigungen sowie Verfälschungen des Feuers der Diamanten sind durch die Laserbeschriftungen nicht zu befürchten.

Eine weitere Sonderleistung des IGI stellt der Einschluss von Diamanten und Edelsteinen in einer versiegelten Verpackung dar. Sie ähnelt auf den ersten Blick einem Blister im Scheckkartenformat. In einem kleinen Sichtfenster sind die wichtigsten Kenndaten der Diamanten und Edelsteine enthalten. Zum Schutz gegen Manipulationen werden Chemikalien in die Verpackung eingeschlossen, die beim Öffnen eine spezielle Signatur erzeugen. Diese Dienstleistung wird vor allem von den gewerblichen Händlern für Diamanten und Edelsteine gern in Anspruch genommen. Durch den Schutz der chemischen Signatur können sich die Käufer immer sicher sein, dass sie auch wirklich den jeweils deklarierten Diamanten ausgehändigt bekommen.

Beim IGI lassen sich Diamanten und Farbedelsteine versichern

Vor einigen Jahren ist das International Gemological Institute eine Partnerschaft mit GemShield eingegangen. Ergebnis dieser Kooperation ist eine spezielle Versicherung für Farbedelsteine und Diamanten. Wer als neuer Besitzer hochwertiger Steine eine Begutachtung beim IGI vornehmen lässt, bekommt von GemShield in Abhängigkeit vom Umfang des Wertgutachtens einen Beitragsrabatt, der bis zu 12,5 Prozent betragen kann. Die höchsten Prämienrabatte gibt es, wenn durch das IGI mit Laserscribe eine individuelle Kennzeichnung der Diamanten vorgenommen wurde.